Ala und Lorenz Kreitmayr

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RICHTIGSTELLUNG
Traurig aber Wahr

Trinken Sie gerne morgens nach dem Aufstehen eine gute Tasse Cappuccino? Mit einem steifen Häubchen frisch geschäumter Milch, soeben liebevoll zubereitet von der besten Ehefrau der Welt?

Also - ich mache das gerne.

Und überfliegen Sie auch manchmal beim Frühstücken Ihr Lieblingsjournal oder ein paar Artikel aus Ihren Fachzeitschriften?

Nehmen wir einmal an, Sie seien ein höchstens durchschnittlicher Morgenmuffel und freuen sich dabei neben Ihrer Göttergattin und besagter Tasse Cappuccino voller Tatendrang schon richtig auf den jungen neuen Tag.

Was würden Sie wohl sagen, wenn Sie nun plötzlich Ihren Namen in einer der Reportagen entdecken? Wie gesagt - Sie sind voller Tatendrang und fühlen sich eigentlich zum Bäume ausreissen. Entgegen üblicher Statistik können Sie Ihre Krankheitsperioden der letzten 10 Jahren an den Fingern einer Hand abzählen!

Da springt Ihnen ein Satz entgegen:

"...Unternehmensgründer Lorenz Kreitmayr, der sich inzwischen aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geschäft zurückgezogen hat..."

Ungläubig und vollkommen überrascht lesen Sie das noch einmal, und noch einmal. Ein Blick zurück auf die Titelseite des Magazins: Aeromarkt, Ausgabe 03/2007. Ein Bericht über das UL-Flugzeug REMOS G3 und die neuen Entwicklungen des Flugzeugherstellers REMOS Aircraft GmbH.

Ihr Name in diesem Satz? Und "aus gesundheitlichen Gründen" zurückgezogen? Ausgerechnet Sie?

Okay - ich bin seit meiner Kindheit schwerstbehindert und Rollstuhlfahrer. Ich kann meine Tasse Cappuccino nicht ohne fremde Hilfe zum Mund führen. Und ich schreibe diese Zeilen mithilfe eines Spracherkennungsprogrammes. Aber - ich habe trotz meines körperlichen Handicaps die REMOS Aircraft GmbH von Null aus aufgebaut und über 10 Jahre lang geführt mit dem Ziel zu wachsen und zu expandieren. Ich habe über 200 REMOS G3 Ultraleichtflugzeuge während dieser Zeit in über ein Dutzend Länder weltweit verkauft, internationale Zulassungen durchgeführt und internationale Preise erhalten. Dazu kommen 3 Eintragungen ins "Guinness Buch der Rekorde" und 1x Deutscher Meister für meine Flugzeuge.

Und okay - ich habe mein Unternehmen nun nach drastischen Meinungsverschiedenheiten mit dem kürzlich eingetretenen Hauptinvestor und Business-"Angel" Eberhard Färber verlassen. Aber bestimmt NICHT "aus gesundheitlichen Gründen".

Denn was mir immer besonders wichtig war: ich wollte und ich will zeigen, dass jeder seine Ziele erreichen kann, wenn er es wirklich will! Gesundheitliche Handicaps können dabei das Erreichen von Zielen zwar erschweren, manchmal sehr erschweren, aber kaum unmöglich machen...

Und da springt Ihnen nun dieser Satz entgegen!

Was bewegt jemanden dazu, so etwas zu erdichten? Erdichten - so nennt man das doch? Falsch - Eberhard Färber formuliert das eleganter mit "sich auf ein gemeinsames Wording einigen".

Bleibt zu definieren, was "gemeinsam" heißt. Bei dem Versuch dies herauszufinden bin ich bislang jedoch kläglich gescheitert - aber man merkte sich, dass ich bei dieser öffentlichen Fehl-Darstellung ziemlich sauer reagiert habe und ... änderte die Strategie!

Ja, tatsächlich, nichts einfacher als das - wenn die eine Darstellung nicht stimmt, probiert man eine nächste? Neues Spiel, neues Glück? Irgendeine Begründung braucht man ja wohl, wenn der Unternehmensgründer sein "Baby" einfach so auch als Gesellschafter verlässt...

NEWS:
05.01.2012 REMOS AIRCRAFT Kapitalherabsetzung Beunruhigt durch die massive ...
27.05.2011 Wiederholung TV-Film "Eines Tages werd ich fliegen..."
Am 23.05.11 lief die Wiederholung des TV-Films im BR. Ala und ich bedanken uns ganz, ganz herzlich für die vielen, wirklich lieben Zuschriften und rührenden eMails!
10.05.2011 IBB KREITMAYR Homepage ONLINE Die öffentliche Version der ...

Sie kennen die Redewendung sicher auch: "Sich ärgern bringt nichts". Besser nach vorne schauen, es gibt Schöneres als sich zu ärgern.

Zum Beispiel zum Frühstück eine gute Tasse Cappuccino und den morgendlichen Blick in die Tageszeitung.

Die beste Ehefrau der Welt schlägt die Süddeutsche Zeitung für mich auf:

"Auf Lilienthals Spuren: Ultraleichtflugzeuge für Amerika" - ein Interview mit Eberhard Färber

Was steht da? "... Färber, der den mittelfristigen Bedarf allein in den USA auf 50 000 Maschinen schätzt. ... Nicht alle sind so optimistisch: Seinen Partner Lorenz Kreitmayr hat Färber nicht von seinen Expansionsplänen überzeugen können. Der Remos-Firmengründer ist aus dem gemeinsam gestarteten Pasewalker Projekt ausgestiegen.

Ich bin zwar kein Morgenmuffel, aber ich bin trotz Cappuccino wohl noch nicht richtig wach und muss das zweimal lesen. Heißt das, ich sei ausgeschieden, weil ich die Expansion nicht mittragen wollte? Ausgerechnet ich, dessen erklärtes Firmenziel doch gerade Wachstum und Expansion war?

Erst lesen Sie, Sie seien ausgestiegen "aus gesundheitlichen Gründen". Dann lesen Sie, Sie seien ausgestiegen, weil Sie nicht expandieren wollen?

Beides steht komplett gegen Ihre bisherige Lebensphilosophie. Warum verfälschen Menschen im nachhinein derart die Geschichte?

An diesem Morgen schmeckt mir mein Cappuccino nicht richtig.

Und der Begriff "Schönfärberei" bekommt für mich eine ganz spezifische Bedeutung...

Lorenz Kreitmayr